Apr 16, 2020

Q&A: MENT Festival vs. Coronavirus

 

Wie reagieren die Organisatoren der INES#festivals auf die COVID-19 Pandemie? Spoiler-Alarm: Da das MENT Festival bereits im Februar stattfand, mussten sie die diesjährige Ausgabe nicht absagen. Andraž Kajzer ist der künstlerische Leiter des Festivals. Er verriet, wie sie sich auf die Situation einstellen und gab einige nützliche Tipps.

Andraž Kajzer
Andraž Kajzer, Artistic Director at MENT Ljubljana Festival

gigmit: MENT Festival vs. Coronavirus – was stresst dich daran besonders?

Andraž Kajzer: Glücklicher Weise fand das MENT statt, bevor MENT Festival vs. Coronavirus konkret und akut notwendig werden musste. Wir arbeiten derzeit an der 2021-Ausgabe. Das Meiste läuf wie geplant, nur ein paar Dinge haben wir verschoben und wir arbeiten natürlich von zu Hause aus. Alle bis zum Sommer geplanten Reisen sind abgesagt oder liegen erstmal auf Eis. Niemand weiß, wie das alles ablaufen wird. Es gibt viele Fragen über die Zukunft: Wird alles wieder „normal“ werden? Werden die Menschen immer noch große Veranstaltungen besuchen wollen? Wie wird sich die sinkende Wirtschaft auf das Festivalbudget und die Kaufkraft des Publikums auswirken? Sollten wir auf ein anderes Format einer Veranstaltung vorbereitet sein und was bedeutet das?

Was rätst du in diesem Moment Künstler*innen? Was können sie von zuhause aus tun?

Wir müssen positiv bleiben und dies als eine Herausforderung sehen, wie wir alternativ Musik zu den Menschen bringen können. Der deutliche Anstieg von Streaming, neuen DJ-Mixen usw. zeigt, dass die Künstler*innen das Bedürfnis haben, mit der Welt zu kommunizieren. Und dass das Publikum Musik braucht! Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um deine Musik und deine Karriere zu überdenken, Musik zu hören, Musikdokumentationen anzuschauen, sich zu bilden und zu üben.

Wie reagiert die Music Community in Slovenien?

Es finden definitiv viele Live-Konzerte statt. Es scheint, dass das Radio stärker ist – das nationale Radio veranstaltet eine ganze Reihe von Live-Streams und einige Webzines veröffentlichen mehr Material und teilen mehr Musik. Einige Labels lobten öffentlich den „Bandcamp-Tag“ (an dem Bandcamp auf seinen Anteil verzichtet hat). Es scheint, dass es für die Künstler*innen gut funktioniert hat und die Labels mit den Ergebnissen zufrieden waren. Wir hoffen, dass die Verkäufe in diesen Zeiten steigen und dass immer mehr Menschen die Kanäle nutzen werden, über die Musiker*innen für ihre Kunst bezahlt werden. Denk nur mal daran, wie viel Musik wir heutzutage zuhause hören. Und wie das unserer Stimmung helfen kann.

Viele Festivals und Live-Acts denken über digitale Ausgaben ihrer Shows nach. Ist das auch für das MENT denkbar? 

Wir hoffen, dass dies für MENT 2021 nicht notwendig sein wird. Aber wir denken definitiv über verschiedene mögliche Ideen nach, die wir in Zukunft umsetzen können wenn sich die Events weiterentwickelt haben und immer mehr Inhalte direkt in die Häuser aller Menschen gelangen. Wie bereits erwähnt Val 202, das nationale Radio, streamt ziemlich viel. Aber ansonsten nutzen die meisten Künstler*innen soziale Medien für das Live-Streaming.


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