Das 1×1 der Tech- und Catering Rider

Wenn Musiker*innen dem Proberaum entfliehen und die Bühnen erobern wollen, reichen Talent, ein paar Songs und eine gute Live-Performance allein nicht aus. Um ein bisschen Papierkram kommt niemand herum. Sind die Formalitäten aber erst einmal zu Papier gebracht, hat man auch wieder eine Weile Ruhe. So geht’s.

Was steht im Tech Rider?

Tech Rider oder auch Stage bzw. Technical Rider sind den meisten ein Begriff. Doch oft ist unklar, was in diesem technische Steckbrief eines Live Acts stehen soll. Der Tech Rider ist nicht nur für Veranstaltende interessant, um abzuschätzen, ob die technischen Anforderungen in der entsprechenden Venue umgesetzt werden können. Auch für Ton-, Lichttechniker und Stagemanager ist der Tech Rider elementar, um den Live-Gig bestmöglich vorzubereiten. Für dich ist der Tech Rider letztlich dabei miteintscheidend, ob eine gute technische Performance gewährleistet werden kann. Diese drei Sachen dürfen nicht fehlen: Besetzung, Stageplan und Kanalbelegung.

Besetzung

Es macht einen Unterschied, ob 3, 5 oder 7 Künstler*innen auf der Bühne stehen. Angaben zur Anzahl der Musiker*innen, Instrumente, Gesänge und benötigte Kanäle sind wichtig, um den Sound gut abzunehmen und abzumischen. Gern sollten bei der Auflistung der Besetzung auch die Namen der Band Mitglieder genannt werden.

Stageplan

Der Stageplan bildet ab, wo welche Musiker*in mit welchem Instrument steht. Wie viele Mikrofone und Monitore werden benötigt? Wo sollen diese positioniert werden? Dieser grafische Bühnenbelegungsplan gibt eine Richtlinie vor, kann aber von Venue zu Venue variieren. Es ist ratsam, immer Rücksprache mit der oder dem örtlichen Tontechniker*in zu halten, denn sie ider er sollte am besten wissen, wie man den idealen Sound aus der Location rausholt.

Kanalbelegung

Zu guter Letzt wird noch die Kanalbelegung, auch Channel-, Input- oder Patchlist, genannt. Hier sind alle erforderlichen Kanäle auf dem Mischpult gelistet. Und das war’s dann auch schon. Die Auflistung der benötigten Kanäle ist vor allem dann sinnvoll, wenn Musiker*innen einen eigenen Tontechniker mitbringen. So kann die örtliche Technik alles vorbereiten und die Instrumente auf die vorher festgelegten Kanäle legen. Eine übliche Reihenfolge ist

  1. Drums
  2. Bass
  3. Gitarre
  4. Keys
  5. Gesang

 

Das Ganze ist vor allem hilfreich für das Telefonat mit der Technik vor Ort in reichlichem Abstand von ein bis zwei Wochen vor der Show. Das Gespräch solltest du unbedingt führen, wenn du willst, dass deine Show am Tag des Gigs auch gut klingt.

Was steht im Catering Rider?

In der Schifffahrt hat schlechtes Essen zu Meuterei geführt. Dieses Prinzip lässt sich in abgeschwächter Form auch auf das Live-Business anwenden. Hunger ist eine der schlechtesten Voraussetzungen für eine gute und stressfreie Zusammenarbeit. Ein gutes, gemeinsames Essen ist die halbe Gage. Genau dafür gibt es den Catering Rider. Grundprinzip bei der Erstellung eines Catering Riders: Immer schön freundlich und bescheiden bleiben. Es gibt wirklich Bands, die 2 Flaschen Whisky, 3 Käste Bier, eine warme Mahlzeit für 7 Leute und einen Obstteller sowie Snacks fordern aber nur 13 Fans in der Stadt der Venue haben. Sei nicht so! Kommt nicht gut.

Wichtige Angaben im Catering Rider sind vor allem spezielle Diäten, Ernährungsweisen, Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien. Auch die Anzahl der Crew-Mitglieder ist eine wichtige Info für einen Veranstaltenden sowie die Art und Anzahl der Bühnen-Getränke. Gegebenenfalls ist auch die Anzahl der gewünschten Handtücher für die Bühne interessant. Aber wie gesagt: sei lieber anspruchsvoll im Songwriting als im Catering Rider.

Auch non food-Angaben wie Anzahl der Parkplätze, Ausstattung des Backstage, Duschen, Garderobe, Internetanschluss o.ä. finden hier Erwähnung. Natürlich gilt auch dabei das Prinzip der Bescheidenheit und Flexibilität. Gerade kleine Venues können aus Budgetmangel häufig kein Essen stelleb. Damit solltest du grundsätzlich rechnen, um nicht böse überrascht zu sein.

Handlungsrahmen vorher klären!

Apropos Flexibilität: Tech und Catering Rider geben nur die Richtung vor. Es wird von Venue zu Venue und von Konzert zu Konzert zu Abweichungen kommen. Umso wichtiger ist es, im Vorfeld alles mit den Veranstaltenden abzustimmen und gegebenenfalls anzupassen, um böse Überraschungen am Tag des Auftritts zu vermeiden. Man kann immer über alles reden und es finden sich immer Lösungen.

Die Rider müssen immer aktuell sein. Ändert sich etwas bei den technischen Voraussetzungen, z.B. in der Anzahl der Travel-Party, solltest du es entsprechend anpassen. Ist der aktuelle Rider dann während des Gigs in mehrfach ausgedruckter Form noch bei der Hand, zeigt sich, wer ein Profi ist und wer nur spielen will. Unbedingt sollte in den Ridern der Name des Live Acts stehen. Gerade bei Festivals kann es sonst zu Verwechslungen kommen. Der Name eines Ansprechpartners mit Telefonnummer ist sehr wichtig. Als Extra ist die Genre-Nennung oder ein Link – z.B. zu deiner gigmit Artist Page – hilfreich, wenn sich die Technik selbständig einen kurzen Eindruck verschaffen will.


Jetzt weißt du, was in Tech und Catering Rider stehen sollte. Also los: Aktualisiere deine Rider auf deiner Artist Page und bewirb dich HIER auf die nächsten Gigs!