Nov 20, 2019

Pro & Contra Musik-Streaming und sein Einfluss aufs Booking

Das Zeitalter der Digitalisierung lässt die Musikindustrie mit allerlei kämpfen. Klassische Muster und Strukturen wurden aufgebrochen und zahlreiche neue Chancen geschaffen – etwa durch Musik-Streaming-Dienste, die von Millionen von Nutzern verwendet werden. Man kann sich allgemein vorzüglich über die Vor- und Nachteile dieser Online-Angebote streiten.
“Es ist so schön bequem” vs. ”Musik darf nicht umsonst sein”. Doch was bedeutet Musik-Streaming neben der Bedürfnisbefriedigung der NutzerInnen eigentlich für die Live-Industrie?

Im Folgenden beleuchten wir ganz konkret, welche Möglichkeiten sowohl Künstler*innen als auch Veranstalter*innen mit Musik-Streaming haben und wie wir die „Streaming-Revolution“ für das Booking nutzbar machen.

Kurz und knapp zunächst die Argumente pro und contra Musik-Streaming im allgemeinen Überblick.

PRO

  • praktisch und portabel: Musik ist jederzeit abrufbar und Festplattenplatz bleibt frei
  • große, günstige Auswahl: unbegrenztes Hören, einfaches Finden und Entdecken von Künstler*innen und Genres
  • up-to-date: Playlisten empfehlen automatisch Newcomer, aktuelle Charts und Veröffentlichungen
  • Streaming-Daten: Einblicke in die realen Hörgewohnheiten

CONTRA

  • Streaming-Daten: Datensammlung über Nutzer*innen
  • Eigentums- und Nutzungsrechte: anders als beim CD-Kauf besitzen HörerInnen die Musik nicht
  • Werbeeinblendungen
  • Vergütung: geringere Einnahmen der Künstler*innen

 

So bemängelte z.B. Taylor Swift das kostenlose Angebot von Spotify. Es vermittle den Nutzer*innen, man müsse für Musik nicht bezahlen. Laut einer Studie der beiden Forscher Joel Waldfogel und Luis Aguiar steigen durch Streaming Portale die Einnahmen der Musiker*innen tatsächlich nicht. Aber sie sinken auch nicht! Verantwortlich für einen geringeren Gewinn bzw. einen stets gleichbleibenden Gewinn seien die Plattenfirmen. Genauer gesagt die Deals, die zwischen den Künstler*innen und den Plattenfirmen bestehen. Sie bestimmten, wie viel von den Einnahmen die Musiker*innen und Rechtinhaber*innen direkt erhalten.

Kritikpunkt Vergütung: Was verdienen Musiker*innen wirklich?

Konkret konnten Musiker*innen 2018 mit Spotify in den USA für 1.000 Streams bis zu 3,97 $ verdienen. Napster zahlte für die gleiche Menge 16,82 $ aus, was 70% der Abonnement-Gewinne entspricht. Bei Apple Music gab es für 1.000 Streams 7,83 $ und bei Amazon 7,40 $. Allerdings bekommen Künstler*innen die 0,0X cent pro Stream auch fortlaufend und nicht nur einmalig wie beim Kauf eines Downloads oder einer guten alten CD.

User-Fazit: bestes Angebot

Egal welches Musik-Streaming-Portal, alle bieten viel Musik an. Wer Lieblingsmusik jederzeit abrufen oder schnell und unkompliziert neue Musik entdecken möchte, ist bei Spotify, Napster, Deezer & Co bestens aufgehoben. Wer über die Songs frei verfügen möchten, sollte sich weiterhin dem legalen Download oder Kauf von Platten widmen. Fakt ist, dass aufgrund des vielfältigen Streaming Angebots Millionen Musikfans Musik erst überhaupt wieder legal hören.

Und damit sind wir beim wohl wichtigsten Punkt, was das Pro und Contra Musik-Streaming angeht: die Streaming-Daten werden allgemein als Argument sowohl dafür als auch dagegen verwendet. Was steckt dahinter und wie ist der Punkt für aus Musikschaffenden-Perspektive zu sehen?

Daten machen Wissen. Wissen macht Erfolg.

Spotify hat 2018 das erste Streaming-Daten-basierte Konzert veranstaltet. Und in wenigen Minuten ausverkauft. Das macht auch Sinn! Veranstalter*innen interessiert nicht nur die Musik. Sie wollen außerdem wissen, wer den Act in ihrer Region noch hört. Wer weiß, wo die Fans sind und wie sich ein Act hinter den offiziellen Promo-Meldungen wirklich entwickelt, kann erfolgreichere Shows veranstalten. Durch den globalen Erfolg des Musik-Streamings existieren diese Informationen bereits. Sie werden nur noch nicht genutzt, weil es komplex ist die Daten für den praktischen Gebrauch aufzubereiten. Am Beispiel Spotify zeigen wir dir, um welche Daten es geht und wie du an sie rankommst.

Spotify for Artists: Wer hört mich wo, wann, wie?

Seit 2017 heißen die “Fan Insights”, also die Einblicke in die Streaming-Daten eines Acts, bei Spotify Spotify for Artists und sind für alle jeweiligen Künstler*innen verfügbar. Spotify for Artists hilft Labels, Managements und Künstler*innen dabei, Einblicke in das eigene Publikum, Songdaten und Playlist-Platzierungen zu gewinnen. Was ist neu?

Verifizierung

Musikfans eines Artists, der ein blaues Häkchen hinter seinem Namen hat, wissen, dass diese Profil wirklich zu ihrem Act gehört. Diese beliebte Verifizierung bekommt jeder Artist nun automatisch bei der Nutzung des neuen Spotify for Artists.

Artist-Profil mit Bio und Social Media Connect

Vergleichbar mit der gigmit Artist Page können Künstler*innen ihr Profil und ihre Bio nun auch direkt mit 1500 Wörtern oder weniger bearbeiten, @-Links zu relevanten Künstler*innen, Playlisten oder Alben setzen und bis zu 125 Bilder (690×500 px, ohne Text oder Logos im Hintergrund) hinzufügen. Außerdem können mehrere Teammitglieder am Profil arbeiten und Social Media Profile verknüpft werden.

Live Gigs einbinden

Anstehende Konzerte werden im Profil automatisch eingebunden wenn Tickets über die Partnerplattformen Ticketmaster, AXS oder Eventbrite verkauft werden. Oder, falls dies nicht der Fall sein sollte, für alle, die ihre Gigs auf Songkick eingestellt haben.

Daten und Statistiken

Statistiken sind ab sofort nicht mehr nur für Songs, die über 1.000 Mal gestreamt wurden, sondern für jeden Songs einzusehen. Wer, wo, wann, wie? Ein Zeitfilter ermöglicht die Sortierung der Informationen nach 7 Tagen, 28 Tagen oder 2 Jahren, um die Statistik eventuellen Konzerten oder Promo-Aktionen zuordnen zu können. Eine Timeline, die das Wachstum deiner „Super Fans“ (die Follower Daten) anzeigt, ist ebenfalls einsehbar.


Wozu das alles? Die Sammlung all dieser Datenpunkte und Verknüpfungen ermöglicht es, musikalische Entwicklungen schneller und konkreter nachzuvollziehen. Dabei ist aber auch die Erkenntnis: je mehr Menschen diese Informationen haben, desto gesünder für die Musiklandschaft im Ganzen. Darum zeigt Spotify die Nutzungs-Daten der eigenen Musik den Künstler*innen.

Streaming ist der erste Schritt zum Booking

Du denkst jetzt: diese Daten würde ich gerne für mein Booking nutzen! Und wir sagen: das ist eine sehr gute Idee! Wenn du als Künstler*in weißt, wo dich Menschen hören, spiele doch dort und nicht vor leerem Haus! Wenn du als Veranstalter*in sehen könntest, ob ein Live Act von den Leuten in der Umgebung deiner Venue auch gehört wird, wird dir deine Booking-Entscheidung wohl auch leichter fallen. Die Daten sind heiß! Sowohl für Künstler*innen und als auch für Veranstalter*innen. Die Kennzahlen, die Künstler*innen in ihrem persönlichen “Spotify for Artists” einsehen können, sind aber nicht öffentlich. Es bedürfte also eines großen Aufwands, die Daten für jedes einzelne Booking zu recherchieren, aufzubereiten und dem Club oder Festival als Argument zu zeigen. Obwohl Promoter das gerne sähen, macht das kaum jemand standardmäßig.

Gute Nachricht: gigmit macht’s für dich!

Mit den neuen gigmit FAN INSIGHTS ergänzt gigmit all die fürs Booking relevanten Informationen aus dem Musik-Streaming mit den Social Media Daten und macht sie auf jeder gigmit Artist Page auf einen Blick transparent. Wir diversifizieren damit die Industrie, wollen Festival Line-Ups auffrischen und das kreative Bauchgefühl der Booker mit wirtschafts-relevantem Wissen unterfüttern. Für die Entwicklung dieser bisher nicht dagewesenen Einsichten in den Marktwert und das Potenzial eines Live Acts, mit dem nicht zuletzt nachhaltiges Booking einfacher wird, haben wir Unterstützung von der Europäischen Union bekommen. Erfahre mehr über die gigmit FAN INSIGHTS

Artist-Fazit: Streaming-Daten für dein Booking

Für dich als Artist ist wichtig, dass du entdeckt werden kannst. Gerade am Anfang sind Streaming Plattformen dafür ein geeignetes Promo-Tool. Dafür muss man deine Musik finden können. Anders herum: Wer nicht auf Spotify ist, findet in weiten Teilen der Branche praktisch nicht statt. Die Vergütung ist hier zunächst zweitrangig. Es gibt zum einfachen Handling von Streaming Plattformen eigentlich keine Alternative. So wurde beispielsweise LORDE von Spotify unter die Arme gegriffen. Spotifys Datenteam nimmt aktuelle Trends unter die Lupe, um das Potenzial entsprechender Künstler*innen zu entdecken. Wir wollen, dass diese Trends auch von anderen Playern der Live-Industrie entdeckt werden können. Es heißt zudem, dass – anders als im Mainstream Radio – Majorlabels bei Spotify nicht bevorzugt werden. Es macht also absolut Sinn, auf Streaming-Portalen sichtbar zu sein.

Wenn du noch nicht auf den gängigen Plattformen präsent bist, können unsere Freunde von DITTO dir hier weiterhelfen. gigmit PRO User releasen mit DITTO sogar ein Jahr lang kostenlos unbegrenzt Musik und behalten 100% der Einnahmen. Wichtig: damit du deine Streaming Daten für dein Booking optimal nutzen kannst, musst du deine Accounts ganz einfach nur mit deinem gigmit Profil verknüpfen. Alles weitere macht gigmit für dich.

Promoter-Fazit: Streaming-Daten für dein Booking

Du entscheidest, wer bei dir spielt. Du hast deine Methoden, deinen Geschmack und dein kreatives Bauchgefühl. Dazu zeigt dir gigmit mit den neuen FAN INSIGHTS zu jedem passenden Live Act auch die relevanten Streaming- und Social Media Daten für deine Region an. Was du dafür tun musst? Nutz’ ganz einfach weiterhin gigmit – Booker’s Little Helper.

Live-Musik-Streaming

In Zeiten von Covid-19 wenden sich immer mehr Künstler*innen einer anderen Art von Streaming zu – dem Live-Musik-Streaming. Konzert-Livestreams sind eine großartige Gelegenheit, deine Musik Fans auf der ganzen Welt zu präsentieren. Finde in unserem Live-Musik-Streaming Guide heraus, was du tun kannst, damit dein Livestream ein Erfolg wird.

 


Schreib einfach schonmal HIER den nächsten Gig aus.
Gemeinsam machen wir Live einfacher und die Industrie diverser.